Liebeskugeln – Orgasmushelfer & Beckenbodentrainer

Seit Jahrhunderten nutzen Frauen Liebeskugeln für Trainingszwecke. Ursprünglich stammen sie aus dem asiatischen Raum. Dort nannte man sie Rin-no-tama oder Ben-wa-Bälle. Heute gibt es sie in unendlichen Formen und Farben. Neben den klassischen Liebeskugeln zum Aufbau der Beckenbodenmuskulatur vertrieben Hersteller heutzutage diverse Sexspielzeuge unter der Bezeichnung Liebeskugeln, Liebesperlen, Lustkugeln, Geishakugeln, Smartballs oder Joyballs.

Gemeinsamkeiten der Liebeskugeln

Einzige Parallele aller Liebeskugeln ist die runde Form. Der Durchmesser der Bälle sinkt mit steigender Anzahl. Der übliche Umfang bei zwei Kugeln liegt bei 3,5 bis 4 Zentimetern. Die Palette der Materialien umfasst neben Kunststoff, Metall und Glas. Wobei Kugeln aus Glas oder Metall sich im Vergleich härter und schwerer anfühlen. Die Oberfläche ist entweder glatt oder weist eine deutliche Struktur auf. Strukturierte Exemplare steigern angeblich die stimulierende Wirkung. Der Verwendungszweck diktiert die äußere Gestalt der Kugeln. Umgekehrt zeigt das Design der Liebesperlen ihre Bestimmung. Die Verwendung reicht vom Training der Liebesmuskeln über Verlängerung des Orgasmus bis zur sexuellen Stimulation.
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Geschichte der Rin-no-tama / Ben-wa-Bälle

Die Rin-no-tama beziehungsweise Ben-wa-Bälle gehen auf japanische Geishas zurück. Nach Überlieferungen verwendeten sie die Ursprungsvariante heutiger Liebeskugeln. Die Bezeichnung Geishakugeln erinnert heute noch daran. Die Damen benutzten die Kugeln, um die Liebesmuskeln zu trainieren. Ihre Kunden profitierten davon in Form von gesteigerter Muskel-Kontrolle und dem intensiveren Gefühl. Da die Anspannung der Muskeln die Vagina verengt, erfährt der Mann eine deutlichere Reibung bei seinen Bewegungen. Ob die Kurtisanen die Bälle hauptsächlich für ihr eigenes Vergnügen oder das ihrer Kunden einsetzen ist nicht überliefert.

Die klassische Liebeskugel

Der Klassiker besteht aus zwei Hohlkugeln, mit einer Metall-Kugel im Inneren. Eine Schnur verbindet die Lustkugeln. Eine Schlaufe an der hinteren Kugel sorgt für eine bequeme Rückholung. Die innere Metallkugel verursacht beim Tragen leichte Vibrationen. Eine andere Variante stellen die Ben-wa-Bälle dar, diese bestehen aus zwei einzelne Kugeln ohne Verbindung. Auf Abbildungen ähneln Sie Chi-Gong-Kugeln. Sie sind schwerer aus der Scheide zu entfernen und damit für den Anfang eher ungeeignet. Der Umfang von Geishakugeln liegt in der Regel zwischen 3,5 und 4 Zentimetern. Extreme Exemplare weisen Größen von über 5 Zentimeter auf. Die Kugeln gibt es in unterschiedlichen Gewichtsklassen, was eine kontinuierliche Steigerung des Trainings ermöglicht.

Nutzen der Lustkugeln oder der PC-Muskel

Der Name Orgasmuskugel bezieht sich auf den gewünschten Trainingseffekt der Kugeln. Der PC-Muskel (musculus pubococcygeus) wird durch wiederholtes Anspannen gestärkt. Er reicht vom Schambein bis zum Steißbein und umschließt den Beckenboden. Das brachte ihm die umgangssprachliche Bezeichnung Beckenbodenmuskulatur ein. Was wissenschaftlich gesehen nicht stimmt, jedoch leicht verständlich ist. Der PC-Muskel wird angespannt, um das Hinausrutschen der Orgasmuskugeln zu verhindern. Dem folgt die Entspannung. Durch wiederholtes Anspannen tritt eine Stärkung ein. Darüber hinaus ist ein geschulter PC-Muskel besser zu kontrollieren. Manche Frauen erfahren mit Hilfe des Trainings intensivere Orgasmen. Die leichte Vibration der Lustkugeln in der Vagina ist für Mehrheit der Frauen angenehm. Das Tragen der Liebeskugeln kann sexuell erregend sein.

Anwendung der Liebeskugeln

Die Einführung von Liebeskugeln ist vergleichbar der von Tampons. Auf Grund der Größe einer Liebeskugel ist in diesem Fall regelmäßig die Verwendung von Gleitgel angezeigt. Gleitmittel auf Ölbasis eignen sich ausschließlich für das eigene Training, da sie Kondome zersetzten können. Tiefes Ausatmen in der Hocke entspannt die Muskeln optimal. Währenddessen die Kugeln nacheinander in Richtung Muttermund schieben. Das Rückholband am Ende gut greifbar lassen. Ansonsten wird die Entfernung der Kugeln aus der Scheide schwierig. Über die Wahl von Farbe, Musterung und Umfang entscheidet der eigene Geschmack. Das Angebot ist beinahe unbeschränkt.

Besonderheiten bei Ben-wa-Bällen

Die einzelnen Kugeln können leicht zum Scheideneingang rutschen, weshalb sie in der Regel größer sind als rin-no-tama Kugeln. Entweder nimmt Frau das Risiko des Verrutschens in Kauf oder sie trifft Gegenmaßnahmen. Etwa das zusätzliche Einführen eines Tampons. Das Tragen der Kugeln in der Öffentlichkeit ist für einige Frauen erregend. Damit das pikante Geheimnis nicht bemerkt wird, ist das dezente Klackern der Kugeln zu beachten. In einer geräuschvollen Umgebung geht es unter. Im Büro ist eine vorher zurechtgelegte, schlüssige Erklärung der Trägerin empfehlenswert.

Liebesperlen – Die Abwandlung

Bei drei und mehr Kugeln auf einer Kordel spricht man von Liebesperlen. Der Umfang der Perlen ist geringer als der von Lustkugeln meist etwa 0,8 bis 3 Zentimeter. Die Einführung erfolgt in Vagina oder Anus. Beim Orgasmus zieht der Partner sie gleichmäßig heraus. Die zusätzliche Stimulation kann den Höhepunkt der Partnerin verlängern. Nicht alle Frauen mögen diese Form der Stimulation. Ein Testlauf vor dem Ernstfall vermeidet unschöne Überraschungen.

Exoten Analkugeln für die Hintertür

Eine verhältnismäßig moderne Sonderform der Liebesperlen stellen Analkugeln dar. Das Verbindungsband ist leicht steif um das Einführen zu erleichtern. Drei oder mehr Perlen mit einem Umfang zwischen 0,5 und 3 Zentimetern an einem Strang erfüllen unterschiedliche Zwecke. Die Erläuterung zu Liebesperlen greift hier ebenfalls. Darüber hinaus gibt es Varianten, mit einer nahezu Komplet steifen Verbindung, bei denen der Umfang der Kugeln gleichmäßig zunimmt. Sie dehnen den Anus langsam. Zusätzlich verengen eingeführte Analkugeln die Scheide, besonders den Scheideneingang. Damit erhöht sich das Reibungsgefühl, das kann die Erregung steigern. Wegen des Infektionsrisikos sollten Analspielzeuge nicht vaginal verwendet werden.

Reinigung

Neben speziellem Toy Cleaner eignen sich Wasser und Seife zum Reinigen der Lustkugeln. Die Seife ist gründlich mit lauwarmem Wasser abzuspülen. Heißes Wasser führt bei Silikon schnell zu Farb- und Materialveränderungen. Einzelne Glas- oder Metallkugeln sind spülmaschinenfest. Anschließend mit einem weichen Handtuch abtrocknen. Für die Aufbewahrung kommt es auf das Material an. Manche Silikonarten neigen dazu, an Faserigen Stoffen kleben zu bleiben. Besondere Koffer oder Aufbewahrungsbeutel stellen bequeme Lösungen dar. Das Säubern erfolgt am Besten unmittelbar nach dem Gebrauch. Für unterwegs kann man handelsübliche Desinfektionstücher benutzen. Das Desinfektionsmittel zu Hause abspülen.

Liebeskugeln überdauerten die Jahrhunderte aus gutem Grund. Frauen und ihre Partner profitieren von der Verwendung. Die Wirkung der Orgasmuskugeln auf mehreren Ebenen lohnt in jedem Fall den persönlichen Test. Egal ob das Ziel sexuelle Stimulation, intensivere Orgasmen oder schlicht besserer Sex ist.

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